ArcelorMittal S. A. (Abkürzung Arcelor)

 

Wertpapierkennnummer: A2DRTZ

Arcelor ist der größte Stahlkocher der Welt. Das Unternehmen

mit Sitz in Luxemburg ist ein Global Player und daher nicht an

die Unternehmenssteuerquote von Luxemburg gebunden. In

Nordamerika besitzt Arcelor aktuell 23 Produktionseinheiten. In

Brasilien sogar 24. Hinzu kommen Minengesellschaften, in denen

ein Teil des firmeneigenen Eisenerzes und ein Teil der

verbrauchten Kohle gefördert wird. Mit 113 Millionen Tonnen Stahl

hat Arcelor weltweit mehr Stahl produziert, als die gesamte USA in

einem Jahr verbrauchen kann. Arcelor ist aktuell das billigste

Unternehmen der Stahlbranche, wenn man einmal von einem

Stahlunternehmen in China absieht und einem in Russland. In

beiden genannten Ländern sind allerdings auch die Zinssätze

bedeutend höher als in Europa oder den USA, was die

Preiswürdigkeit dieser beiden wieder ein wenig relativiert.

Übrigens: Das größte Stahlunternehmen der USA ist Nucor.

Arcelor hat durch seine Minengesellschaften die Besonderheit,

dass circa 55 % des Vorprodukts Eisenerz aus den eigenen

Minen heraus gefördert wird. Am Weltmarkt muss Arcelor

demnach nur noch rund 45 % an Eisenerz zukaufen. Das macht

Arcelor insgesamt gesehen weniger anfällig für eventuelle

drastische Preissteigerungen bei Eisenerz. Bei Kohle sieht

es hier zwar schlechter aus, aber auch dort werden immerhin

noch rund 15 % des Vorprodukts in eigenen Minengesellschaften

gefördert. Viele Stahlwerke haben keine Aktivitäten im

Minenbereich und sind demnach vollständig vom Zukauf von

Eisenerz und Kohle auf dem Weltmarkt abhängig.

Die gesamte Stahlindustrie leidet schon seit vielen Jahren

unter einer großen Überkapazität, die besonders von China

ausgeht. Es ist daher eine für die gesamte Branche hilfreiche

Aktion von Donald Trump, hier Strafzölle auf Stahl anzukündigen.

 

Zu den Zahlen:

Arcelor wird, nach Abbau der Verlustvorträge, annähernd eine

Steuerquote auf Unternehmensgewinne von rund 20 % ansetzen

müssen. Daher rechne ich bereits jetzt mit diesem höheren

Steuersatz und gehe dabei auf die sehr konservative Seite.

Obwohl der aktuell vorliegende Gewinn von Arcelor höher liegt,

rechne ich zudem mit den etwas schlechteren Prognosen der

Analysten für das kommende Jahr. Ich kalkuliere so mit einem

Gewinn nach Steuern von rund 3,177 Milliarden US-$.

Ein Wert übrigens, bei dem die Kapitalkosten gut geschlagen

werden. Eine Einbettung dieses Wertes in Bilanz und Zinsumfeld

ergibt einen fairen Unternehmenswert für Arcelor von rund

46,4 Milliarden US-$. Bei einem aktuellen Aktienkurs von derzeit

rund 26,7 Euro pro Aktie ergibt sich somit eine

Marktkapitalisierung von rund 27,2 Milliarden Euro. Rechnen wir

den Wert des Unternehmens noch auf Euro um, so ergibt

sich ein fairer Unternehmenswert von Arcelor nach EFKR von

rund 37,6 Milliarden Euro. Somit eine schöne

Unterbewertung der Aktie von Arcelor von rund 38,2 %.

 

Hinweis: Zum Zeitpunkt der Erstellung halte ich keine

Aktien der Arcelor in meinem Privatdepot und keine

Aktien in meinen Wikifolios.

Diese Kurzstudie ist weder Kauf- noch

Verkaufsempfehlung, sondern dient allein der

allgemeinen Information. Für eventuell eintretende

Kursverluste wird keine Haftung übernommen.

 

Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen

wird keine Haftung übernommen!

 

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