Kurzerläuterung Marktkapitalisierung

 

Die Marktkapitalisierung eines Unternehmens stellt letztlich den

Unternehmenswert eines börsennotierten Unternehmens dar. Und zwar

so, wie ihn die Börse aktuell bewertet. Natürlich unter der Voraussetzung,

dass alle Aktiengattungen des Unternehmens an der Börse notiert sind.

Formal lässt sich die Marktkapitalisierung eines börsennotierten

Unternehmens nach folgender Formel berechnen:

Marktkapitalisierung = (Kurs einer Aktie * Anzahl aller Aktien)

Wie bereits geschrieben, lässt sich diese Formel nur dann korrekt

anwenden, wenn es nur eine Aktiengattung gibt und alle Aktien dieser

Aktiengattung an der Börse notiert sind. Gibt es zwei oder mehr

Aktiengattungen, die aber beide börsennotiert sind, ergibt sich die

Marktkapitalisierung aus der Summe der einzelnen Aktiengattungen.

Sind beispielsweise Stammaktien und Vorzugsaktien börsennotiert,

so errechnet sich die Marktkapitalisierung zu:

Marktk. = (Kurs einer Stammaktie * Anzahl aller Stammaktien) +

BBBBBBIIIII(Kurs einer Vorzugsaktie * Anzahl aller Vorzugsaktien)

Oftmals zeigen Börsenportale aber bereits die Gesamtmarktkapitalisierung

des börsennotierten Unternehmens an, wenn mehr als eine Aktiengattung

vorhanden ist, aber alle Aktiengattungen börsennotiert sind.

Schwieriger wird es, wenn eine oder mehrere Aktiengattungen nicht an

der Börse notiert sind. Dann liegt nämlich nur für eine Aktiengattung

ein aktueller Kurs vor. Die nicht börsennotierte Aktiengattung hat

logischerweise keinen aktuellen Kurs.

Zum Beispiel läge der zuvor beschriebene Fall vor, wenn ein Unternehmen

mit seinen Vorzugsaktien an der Börse notiert ist, mit seinen Stammaktien

aber nicht (oder umgekehrt). Dann hilft nur eine Schätzung des Werts

der nicht börsennotierten Aktiengattung, um eine Vorstellung von der

Marktkapitalisierung des Unternehmens zu erhalten.

Oftmals ist es so, dass die Vorzugsaktien etwas billiger sind als die

Stammaktien. Dies gilt aber nicht immer. Insbesondere dann nicht,

wenn Vorzugsaktien in einem wichtigen Börsenindex vertreten sind,

die Stammaktien aber nicht (weil nicht börsennotiert). Selbst wenn die

Stammaktien an die Börse gebracht würden, aber in keinem wichtigen

Index vertreten sind, können diese billiger sein als die Vorzugsaktien.

Ausserdem gibt es auch zahlreiche Beispiele, in denen Vorzugsaktien

und Stammaktien in etwa gleich teuer sind, ohne dass die eine oder

andere Aktiengattung in einem wichtigen Börsenindex vertreten ist.

Sie sehen also, grundsätzlich ist (fast) alles möglich.

Ich denke, der Anleger fährt nicht schlecht, wenn er Vorzugsaktien

und Stammaktien wertmäßig in etwa auf Augenhöhe ansetzt

oder einen leichten Abschlag (vielleicht um die 10 %) bei den

Vorzugsaktien unterstellt.

 

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