Risikoaufschläge bei Unternehmen

 

Jedes Unternehmen, jede Aktie, unterliegt grundsätzlich dem Risiko einer

Insolvenz. Wie bereits im Menupunkt "EFKR-Modell" erwähnt, setze ich das

Ausfallrisiko eines Unternehmens höher an als das Ausfallrisiko von gut

bewerteten Staatsanleihen. Doch nicht jedes Unternehmen hat aufgrund

seiner Bilanzstruktur und aufgrund seiner Gewinnmarge das gleiche Risiko.

Es gibt Unternehmen, denen aufgrund Ihrer Kapitalstruktur und ihrer

Gewinnmarge ein größeres Risiko zugesprochen werden muss als

anderen Unternehmen. Und natürlich gibt es auch Unternehmen, denen

aufgrund ihres Zahlenmaterials ein geringeres Risiko zugesprochen

werden muss als anderen Unternehmen. Die Einteilung der Risikoaufschläge

nehme ich wie folgt vor:

Risikoaufschlag
Bedingung
0,25 %
JÜ > 0 und JÜ > KK und EKQ > 40 %
0,50 %
JÜ > 0 und JÜ < KK und EKQ > 40 %
0,50 %
JÜ > 0 und JÜ > KK und EKQ < 40 %
0,75 %
JÜ > 0 und JÜ < KK und EKQ < 40 %
JÜ: Jahresüberschuss
KK: Kapitalkosten
EKQ: Eigenkapitalquote

Die Tabelle erklärt sich wie folgt:

Ein Unternehmen muss einen Jahresüberschuss (JÜ > 0) ausweisen, damit

das EFKR-Modell zur Anwendung kommen kann. Je nach Sicherheit des

Unternehmens nimmt der Risikoaufschlag von 0,25 % auf 0,75 % zu. Den

geringsten Risikoaufschlag mit 0,25 % hat demnach ein Unternehmen,

dessen Eigenkapitalquote über 40 % liegt und das gleichzeitig seine

Kapitalkosten erwirtschaftet. Danach folgen Unternehmen mit einem

Risikoaufschlag von 0,50 %, die entweder in Bezug auf die Eigenkapitalquote

oder in Bezug auf die Fähigkeit, ihre Kapitalkosten zu erwirtschaften, nicht

mehr als Spitze bewertet werden können. Schliesslich folgen Unternehmen

mit einem Risikoaufschlag von 0,75 %, die in beiden Punkten

(Eigenkapitalquote und Fähigkeit zur Erwirtschaftung ihrer Kapitalkosten)

unter den als ideal angesehenen Werten liegen.

Wenn die Risikoaufschläge für jedes Unternehmen ermittelt sind, werden

diese Risikoaufschläge auf den aktuellen, "sicher erzielbaren" Zins aufgeschlagen.

So werden die Unternehmensdaten im EFKR-Modell nicht mehr mit dem

höchsten, "sicher erzielbaren" Zinssatz verglichen, den ein Anleger in einem

Land erhalten kann, sondern mit dem höchsten, "sicher erzielbaren" Zinssatz

den ein Anleger in einem Land erhalten kann PLUS Risikoaufschlag.

Je größer der Risikoaufschlag, umso geringer der später zu ermittelnde

Unternehmenswert im EFKR-Modell. Und umgekehrt. Also:

Je geringer der Risikoaufschlag, umso größer der später zu ermittelnde

Unternehmenswert im EFKR-Modell.

 

 

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